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17
Jun

Wie Sie Social-Media-Recruiting am besten nutzen und mehr Kandidaten erreichen

Die Sozialen Medien sind schon seit einigen Jahren ein Teil unserer Kommunikationswelt. Da liegt es auf der Hand, dass Sie diesen öffentlichen Raum auch für Ihre Arbeit bei der Personalbeschaffung nutzen. Bei vielen Unternehmen ist Social-Media-Recruiting bereits fester Bestandteil von Einstellungsprozessen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Social-Media-Recruiting am besten nutzen und viel mehr Kandidaten erreichen.

Social-Media-Recruiting – ein weites Feld

Unter dem Begriff versteht man ganz allgemein Personalgewinnung mithilfe sozialer Netzwerke. Deren enormen Reichweiten werden dafür genutzt, potentielle Mitarbeiter zu finden und sie innerhalb der Plattformen auch anzusprechen. Eine professionelle Softwarelösung für E-Recruiting beinhaltet deshalb in der Regel auch Elemente des Social-Media-Recruitings, beispielsweise die Bewerbung über das Unternehmensprofil im sozialen Netzwerk.

Als reine Business-Networks sind vor allem zwei Plattformen führend: im deutschsprachigen Raum Xing mit über 15 Millionen Mitgliedern und das internationale Netzwerk LinkedIn mit 13 Millionen Nutzern im D-A-CH-Gebiet. Weltweit nutzen es laut Unternehmensangaben sogar 15 Millionen Deutschsprachige und insgesamt über 610 Millionen Mitglieder. Auch Facebook ist allein aufgrund seiner Nutzerzahlen von 23 Millionen Menschen täglich in Deutschland (2,37 Milliarden aktive Nutzer monatlich weltweit) interessant.

Welche Möglichkeiten bietet Ihnen Social-Media-Recruiting?

Die sozialen Medien bieten für Rekrutierungsprozesse mehrere Handlungsmöglichkeiten: das Auffinden von geeigneten Kandidaten, die direkte Ansprache von Talenten und nicht zuletzt die Eigenpräsentation von Unternehmen, um Mitarbeiter aufmerksam zu machen und die eigene Arbeitgebermarke hervorzuheben.

1. Social Profiling

Unter diesem Begriff versteht man das Auffinden von Nutzern innerhalb eines Netzwerks, die potentiell für eine Position in Frage kommen könnten und die gezielte Konfrontation dieser Nutzer mit entsprechender Werbung. Diese Vorgänge werden automatisiert von Algorithmen ausgeführt. So können Sie Kandidaten aufgrund bestimmter Profileigenschaften herausfiltern, die ihnen eingeblendeten Inhalte verweisen dann auf Ihre Unternehmensseite oder ein bestimmtes Jobangebot. Der Vorteil der Methode: Auch Menschen, die sich in ihren Profilen nicht unbedingt als suchend darstellen, können mit einer potentiell für sie in Frage kommenden Position in Kontakt gebracht werden. Wollen Sie diese Möglichkeit nutzen, bieten Ihnen die Netzwerke wie Xing oder Facebook Anleitungen zum gezielten Schalten Ihrer Werbeanzeigen, Videobotschaften, Displays oder Mailings.

2. Active Sourcing

Active Sourcing ist eigentlich gar nichts Neues, denn es meint die aktive Ansprache von potentiellen Kandidaten für eine Position. Erfahrene, gute Personalberater und Headhunter gehen vorzugsweise diesen Weg, weil die Direktansprache von Kandidaten am wirkungsvollsten ist. Und auch Unternehmen fangen mittlerweile an Active Sourcing zu betreiben, indem sie zum Beispiel über Business Netzwerke, auf Messen oder in Hochschulen aktiv auf Kandidatensuche gehen. Die sozialen Netzwerke haben mit ihren digitalen Wegen alternative Möglichkeiten zu Telefon oder Email geschaffen, potentielle Mitarbeiter anzusprechen. Doch Vorsicht! Versenden Sie keine plumpen Massennachrichten oder kontaktieren Sie niemals vorschnell jemanden, wenn Sie nicht ausreichend über ihn recherchiert haben. Das kann Ihnen wertvolle Kontakte zunichtemachen. Wie Sie Kandidaten in den Business-Netzwerken wie Xing oder LinkedIn richtig ansprechen, um mehr Rückmeldungen zu erhalten und bessere Bewerber zu gewinnen, erfahren Sie in unserer 1:1 Praxisanleitung.

3. Employer Branding

Employer Branding ist eine für Unternehmen interessante und aus unserer Sicht wichtige Möglichkeit des Recruitings. Dieses Konzept der Markenbildung stammt aus dem Marketing und meint die authentische (Online-) Darstellung eines Unternehmens, um die Aufmerksamkeit von Bewerbern auf sich zu lenken. Im sozialen Netzwerk entwirft das Unternehmen ein umfassendes Bild seiner Unternehmenskultur, etwa durch Videos, Geschichten aus der Mitarbeiterschaft oder Verweise auf Aktionen. Auch können Interessenten beispielsweise Einblicke ins Arbeitsklima erhalten. Die mögliche direkte Kommunikation innerhalb der Sozialen Netzwerke bietet Ihnen hier die unterschiedlichsten Möglichkeiten.

How to – so nutzen Sie Social-Media-Recruiting effektiv

Die Möglichkeiten der Netzwerke sind vielfältig und verleiten zu einer zufälligen Vorgehensweise, die Sie von Hölzchen auf Stöckchen führen kann. Also wie können Sie ihre Suche und Ansprache passender Bewerber ressourcenschonend und effektiv gestalten? Und welche Fehler vermeiden Sie besser?

Nicht ohne Strategie

Planloses Drauflossuchen in allen Netzwerken führt selten zu befriedigenden Ergebnissen. Also stellen Sie sich, ehe Sie starten, folgende Fragen und entwickeln Sie aus den Antworten eine Strategie, wie Sie vorgehen wollen:

  1. Über welche Plattform ist die Erfolgswahrscheinlichkeit für mein Projekt am größten? Will ich beispielsweise international vernetzte Menschen ansprechen, die vielleicht eher auf LinkedIn aktiv sind als auf Xing?
  2. Will ich die Sozialen Medien nur als Informationsquelle nutzen, oder möchte ich Active Sourcing betreiben und Kandidaten direkt ansprechen?
  3. Über welchen Weg erreiche ich die zu der Position passenden Talente am besten? Ist die Zielgruppe viel auf Instagram anzutreffen, und passt mein Stellenangebot zu dieser Art der Darstellung? Oder möchte ich das Interesse der Menschen eher über Themen ihrer Branche wecken und bewege mich daher in einem entsprechenden Xing-Forum?

Wenn Sie Ihr Projekt zum Social-Media-Recruiting abgeschlossen haben, ist es danach wichtig die Ergebnisse festzuhalten. So können Sie eine Statistik aufstellen und sich ein Bild darüber verschaffen, welche Methoden und Abläufe erfolgversprechend sind und welche weniger. Dies hilft Ihnen später und dient Ihnen als Orientierung bei neuen Projekten.

Kein vorschnelles Urteil

Welchen Stellenwert messen Sie den Informationen bei, die Sie über einen Kandidaten im sozialen Netzwerk gesammelt haben? Werden Sie sich darüber klar, wie Sie das beurteilen möchten. Denn die Aktivitäten von Nutzern müssen differenziert betrachtet werden. Nur, weil jemand etwa viel in einem Netzwerk teilt oder postet, muss er nicht zwangsläufig stark auf der Plattform engagiert sein oder gar interagieren wollen.

Datenschutz und Privatsphäre beachten

Bei Personalangelegenheiten spielt Datenschutz eine wichtige Rolle und sollte bei der Mitarbeitersuche in sozialen Netzwerken ebenso beachtet werden. Wer seinen Status auf Xing als „suchend“ kennzeichnet, hat vermutlich nichts dagegen kontaktiert zu werden. Facebook als eher privates Netzwerk ist datenschutzrechtlich problematischer hinsichtlich der Ansprache. Viele sehen es als Belästigung an, über diesen Weg auf ihre Karrierepläne angesprochen zu werden und reagieren negativ drauf. Deshalb sollten Sie auf jeden Fall darauf achten, wie Sie Ihre Ansprache formulieren und auf welche Art Sie den Kontakt aufbauen.

Social-Media-Recruiting allein führt selten zum Erfolg

Bei der Suche nach Fach- und Führungskräften ist Social-Media-Recruiting nicht die ultimative Alternative für bisherige Maßnahmen der Personalgewinnung. Denn durch den Kontakt im sozialen Netzwerk kann man keine ausreichenden Rückschlüsse darüber erlangen, wie ein Kandidat beispielsweise auf Stresssituationen reagiert oder wie er sich mündlich ausdrücken kann. Über die sozialen Netzwerke kann man einige Schritte im Prozess der Rekrutierung vereinfachen und auch die Ansprache von geeigneten Kandidaten beschleunigen. Mitunter gestaltet sich die Kontaktaufnahme über das Netzwerk jedoch so unpersönlich, dass für einen Einstellungsprozess zu viele wichtige Informationen verloren gehen. Also muss nach einer Anbahnung eines Kontakts über Social Media immer auch der persönliche Offline-Kontakt stehen, um einen erfolgreichen Recruiting-Prozess zu ermöglichen.

Du oder Sie?

Möchten Sie lieber geduzt oder gesiezt werden? Das empfinden die Menschen unterschiedlich. Eine klare Antwort gibt es nicht, also ist Ihr Fingerspitzengefühl gefragt. Im Rahmen der Studie „Kundenerwartungen im Social Web“ gibt der Großteil der Befragten an, dass sie es im professionellen Kontext bevorzugen gesiezt zu werden (44%). Dennoch spielt es auch eine Rolle, welche soziale Plattform für die Ansprache genutzt wird. Auf Facebook etwa ist das Du üblicher als auf LinkedIn. Das heißt: Jemanden, den man über Plattformen wir Facebook, YouTube oder Twitter anschreibt, kann man eher ohne einen negativen Effekt duzen als jemanden, den man über Businessnetzwerke kontaktiert. Wer sich ganz unsicher ist: Es spricht mehr dafür, den Kandidaten bei der ersten Ansprache zu siezen, Denn dann wird der Kontakt ganz frisch angelegt, und es ist schwer vorauszusagen, wie der Kommunikationspartner reagieren wird.

Und wie stelle ich mich selbst in den Sozialen Medien dar?

Als Unternehmen oder Recruiter ist es nicht nur sinnvoll die sozialen Netzwerke zur Suche von geeigneten Kandidaten zu nutzen. Wichtig ist auch die Pflege der eigenen öffentlichen Unternehmensprofile auf Xing & Co. Wie wir uns selbst darstellen, sagt viel über unsere Arbeitsweise aus. Ziel sollte sein, dass wir uns als Unternehmen oder Recruiter von unserer besten Seite zeigen und das Interesse von Kandidaten auf uns lenken. Bei der Gestaltung des eigenen Unternehmensprofils hilft es, folgende Punkte zu beachten:

  1. Immer transparent sein. Wer Sie mit ein paar kurzen Blicken als jemand identifiziert, der nur die halbe Wahrheit sagt, vertraut Ihnen bestimmt nicht seine persönlichen Vorstellungen seiner beruflichen Laufbahn an.
  2. Nicht zu viel Eigenwerbung. Sie verkaufen kein Produkt, sondern eine Aufgabe. Und das bedeutet, dass es um die Bedürfnisse anderer Menschen geht. Diese sollten im Mittelpunkt stehen.
  3. Halten Sie sich immer an die Richtlinien des sozialen Netzwerks. Riskieren Sie nicht durch aufdringliches Verfolgen von Kandidaten angezeigt zu werden und respektieren Sie die Privatsphäre Ihrer Kontakte.
  4. Reagieren Sie auf Kommentare und Feedback der Nutzer, sei es auf Ihrem eigenen Profil oder in themengebundenen Foren. Zeigen Sie Interesse und kommen Sie leichter ins Gespräch.
  5. Leisten Sie regelmäßig Beiträge, die das Interesse potentieller Kandidaten wecken können. So werden Sie sichtbar und schaffen Raum für potentielle Kandidaten mit Ihnen selbst aktiv in Kontakt zu treten.

Fazit: Die Sozialen Netzwerke bieten Ihnen viele Möglichkeiten, Ihre Arbeit als Personaler oder Recruiter zu vereinfachen und bestimmte Prozesse zu beschleunigen. Nachteil: Sie bergen die Gefahr zur voreiligen und unpersönlichen Kommunikation. Wer diesen Weg nutzen will, sollte deshalb wohl durchdacht mit einer Strategie arbeiten, sorgfältig recherchieren und die Privatsphäre anderer respektieren. Dann können Social-Media-Plattformen ein hervorragender Ort sein, um Kontakte anzubahnen und unter diesen dann durch persönliche Gespräche passende Mitarbeiter zu finden.

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